Ein Büchlein aus dem 16. Jahrhundert dient in dieser Erzählung als Basis zu einer modernen Interpretation allfälliger metaphysischer Erweiterungen des Individuellen schlechthin. Oftmals scheint sich die biologische Grenze auszudehnen, Phantomidentitäten bieten ihre durchaus funktionierenden Dienste an, d.h. Sein und Schein verschmelzen ineinander, das Eine wird durch einen bloßen Willensakt auch zum Anderen und bildet somit das Leben innerhalb eines Dralls ab. Alles dreht sich, alles bewegt sich in seiner eigenen Armseligkeit nach den geistlosen Gesetzen von Leid und Schatten.
Das anfangs erwähnte Büchlein stammt von einem gewissen Romanus Dax und trägt den vielversprechenden Titel 'Von der Haut'. Dessen oft erbauliche, jedoch antiquierte Textstellen werden in der vorliegenden Erzählung in moderne, kurze Episoden übersetzt, die bemüht sind, ein wenig zeitgeistiges Licht ins zeitlose Dunkel zu bringen, das freilich nur durch einen kleinmütigen Betrachter als Nacht interpretiert werden würde. Will aber jemand heutzutage wirklich als derart übervorsichtig und zimperlich erscheinen? Vermutlich nicht. Alles ist nämlich hell, oder everything is hell, wie man auf internationalem Parkett mittlerweile zu sagen pflegt, und so wird es auch künftig bleiben. Garantiert. Zumindest zwischen Ebergőc und Oberwarming.
