Im Frühjahr 1945 wirkten sie als Statisten im letzten Kapitel des untergehenden Nazi-Reiches mit. Sie waren Teil einer «Kinderarmee», Hitlers letztem Aufgebot. In einem «Reichsausbildungslager» (RAL) der Hitlerjugend im südmährischen Bad Luhatschowitz waren die 16- und 17-jährigen in Schnelllehrgängen zu Soldaten geschliffen worden, zusammen mit über 1000 Gleichaltrigen. Anschließend kassierte die Waffen-SS die Kindersoldaten und verheizte sie in einem Krieg, der zu diesem Zeitpunkt längst verloren war. Im September 1944 ordnete die NS-Führung, ihr nahes Ende vor Augen, die «Erfassung aller zwischen 16 bis 66 Jahren» an. Erzogen treu im Glauben an Führer und Vaterland, folgten Tausende diesem Aufruf. In Wahrheit waren diese Kinder jedoch weder «wehrfähig», geschweige denn «Männer». Acht ihrer Geschichten werden hier erzählt.
Zu «Ich war Hitlers letztes Aufgebot»: «Das Verdienst dieses ehrlichen Buches liegt darin, dass es die ganze Komplexität dessen offenbart, was Krieg bedeutet. Es ist sorgfältig, spannend und sachlich erzählt und historisch gut recherchiert.» Welt am Sonntag
«Der Text hat mich berührt.» Günter Grass
Inhalt
Ein Schuh am Dorfteich
Auf Spurensuche in Tschechien und Österreich
Der Soldat-Darsteller
Willi Witte: Plötzlich saß Göring im Lager-Theatersaal
Ein langer Marsch zurück nach Hause
Günter Dullni: Tausend Kilometer zu Fuß durch ein geschlagenes Land
Gefangen auf der «Brücke von Remagen»
Peter Hatzsch: Als Sklavenarbeiter im Rostower Kohlerevier
Der Sound der freien Welt
Karl-Heinz Gülland: Gefangenschaft mit Dolce Vita am Adriastrand
Kein einziger Schuss «für Führer und Vaterland»
Berthold Meier: Der gerade Weg eines Unpolitischen
Das Kainsmal am Oberarm
Günter Lucks: Die Verführungen der Ideologien
Der Tag, an dem das Lachen starb
Gottfried Heinrich: Gefoltert von Amerikanern
Der Tod im Nacken
Heinz Schütze: Im «Wachschlaf» die Lager überlebt
Das letzte Aufgebot der Waffen-SS
Zwei Runen und ein Schrecken, der nie verebbte
Ein Treffen in Leipzig
