Hoch über einem einsamen Tal ragt die alte "Narrenburg", der Sitz des längst erloschenen Geschlechts der Scharnast — voller Geheimnisse, verschütteter Gänge und rätselhafter Aufzeichnungen. Als der junge Naturforscher Heinrich dort die Hut über das Familienarchiv übernimmt, entdeckt er die seltsame Geschichte der "Narren" von Rothenstein: sonderbare Ahnen, deren Leidenschaften und Verirrungen der Burg ihren Namen gaben — allen voran Jodok, der bis nach Indien zog und dort einer verhängnisvollen Liebe verfiel.
In Adalbert Stifters Erzählung "Die Narrenburg" (1843) verweben sich Rahmen- und Binnenerzählung zu einem stimmungsvollen Gefüge aus Naturbild, Familienchronik und geheimnisvollem Schicksal — getragen von jener ruhigen, tief empfundenen Prosa, die Stifters Werk unverwechselbar macht.
Hans Jochim Schmidt liest die vollständige Erzählung, ungekürzt, gut 4 Stunden.
