Ein alter Foliant, in verblasster Schrift, aus der Hand eines Landarztes: In "Die Mappe meines Urgroßvaters" lässt Adalbert Stifter seinen Erzähler das Lebensbuch des Urgroßvaters Augustinus lesen — und mit ihm eine ganze Welt heraufsteigen. Als junger Doktor kommt Augustinus in eine abgelegene Gegend, findet dort Freundschaft beim wunderlichen Obristen, tiefe Menschenkenntnis und die Liebe zur schönen Margarita. Doch der Weg zum Glück führt durch Geduld, Prüfung und Verzicht.
In ruhigen, leuchtenden Bildern entfaltet Stifter sein großes Thema: das "sanfte Gesetz", die stille Ordnung von Natur und Sittlichkeit, in der der Mensch zu Maß und Reife findet. Ein Hauptwerk des poetischen Realismus — meditativ, würdevoll und von zeitloser Schönheit.
Hans Jochim Schmidt liest die vollständige Erzählung, ungekürzt, über 9 Stunden.
