Warum steht eine der historisch bedeutendsten Kulturregionen der Welt bis heute im Zentrum eines Konflikts, der den Nahen Osten und die internationale Politik prägt? Wer Palästina verstehen will, braucht mehr als Schlagzeilen. "Geschichte Palästinas" vermittelt als fundiertes Hörbuch verständlich und strukturiert jenes Basiswissen, das nötig ist, um die wechselhafte Geschichte dieser Region und die Ursachen des Nahostkonflikts zu begreifen.
Schon die frühe Entwicklung zeigt, warum Palästina weit mehr ist als ein Krisenraum der Gegenwart. Als bedeutende Kulturregion im östlichen Mittelmeerraum bildete es eine geographische Verbindung zwischen Europa, Asien und Afrika und wurde dadurch über Jahrtausende zu einem Schauplatz religiöser, politischer und militärischer Umbrüche. Kanaanäer, Israeliten, Römer, Byzantiner, Araber, Kreuzfahrer und Osmanen prägten diese Landschaft. Unter den Königen David und Salomo entstand das Königreich Israel, im ersten Jahrhundert vor Christus eroberten die Römer die Region, im siebten Jahrhundert begann mit der arabischen Eroberung eine neue Epoche, und während der Kreuzzüge wurde Palästina erneut zum Brennpunkt heftiger Kämpfe.
Ebenso eindrucksvoll zeigt das Hörbuch, wie stark die Neuzeit die Region veränderte. Nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches stand Palästina ab 1922 unter britischer Verwaltung. Zugleich nahm die jüdische Einwanderung stark zu, besonders unter dem Eindruck der nationalsozialistischen Verfolgung und Ermordung europäischer Juden im Holocaust. Damit verschärfte sich der Konflikt mit der arabischen Bevölkerung, die zunehmend verdrängt wurde. Als die UN-Generalversammlung 1947 einen Teilungsplan beschloss, der einen jüdischen und einen arabischen Staat vorsah, lehnte die arabische Seite diesen aufgrund empfundener Benachteiligungen ab.
