Wie wurden aus einer Handvoll Kolonien innerhalb kurzer Zeit eine Nation, die Politik, Wirtschaft und Wissenschaft weltweit prägt? Wer den rasanten Aufstieg der Vereinigten Staaten zur Weltmacht nicht nur in Schlagworten, sondern in seinen Ursachen und Folgen verstehen will, findet in diesem Buch eine faktenreiche und fesselnde Darstellung. "Geschichte der USA" zeigt klar, anschaulich und gut strukturiert, wie sich aus Siedlungen an der Atlantikküste ein Staat von globaler Reichweite entwickelte.
Schon der Beginn dieser Entwicklung liest sich wie ein dramatischer Auftakt. Mit Kolumbus trat Amerika im Jahr vierzehnhundertzweiundneunzig in das Blickfeld Europas, und in den folgenden Jahrhunderten veränderte die Einwanderung europäischer Siedler den Kontinent tiefgreifend. Im Jahr sechzehnhundertsieben wurde Jamestown zur ersten dauerhaften englischen Siedlung, und bis siebzehnhundertdreiunddreißig waren dreizehn Kolonien entstanden. Doch aus der Abhängigkeit erwuchs der Wille zur Selbstbestimmung. Der Konflikt mit England verschärfte sich, und aus Unzufriedenheit wurde ein Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit. Mit George Washington erhielt die Bewegung ihre führende Gestalt, mit der Unabhängigkeitserklärung vom vierten Juli siebzehnhundertsechsundsiebzig erreichte sie ihren Höhepunkt, und mit der Anerkennung der Eigenständigkeit im Jahr siebzehnhundertdreiundachtzig errang sie ihren Erfolg.
Ebenso eindrucksvoll zeigt das Hörbuch, wie das neunzehnte Jahrhundert den USA neue Größe brachte und ihnen zugleich tiefe Wunden zufügte. Der Louisiana Purchase von achtzehnhundertdrei verdoppelte das Staatsgebiet nahezu und eröffnete den Weg für die Expansion nach Westen. Aus diesem erworbenen Land gingen zahlreiche neue Bundesstaaten hervor. Für die indigenen Völker Amerikas bedeutete dieser Prozess jedoch Vertreibung, Gewalt und den Verlust ihrer Lebensgrundlagen. Weiße Siedler drangen weiter vor, Büffelherden wurden vernichtet und Reservate eingerichtet. Gleichzeitig verschärfte die Sklaverei im Süden den inneren Konflikt des Landes. Die Bemühungen des Nordens unter Abraham Lincoln, diese Ordnung zu beenden, führten zum Bürgerkrieg, der mit dem Sieg des Nordens eine entscheidende politische Wende herbeiführte.
Die Besiedlung des Westens, weitere Kriege gegen die Native Americans und der Ausbau des Eisenbahnnetzes erschlossen dieses riesige Land und schufen die Grundlage für einen großen wirtschaftlichen Aufstieg. In den Metropolen trieben Industrialisierung, Technik und Kapital die Entwicklung voran, bis die USA zur führenden Wirtschaftsmacht wurden. Im zwanzigsten Jahrhundert traten sie dann auch militärisch und geopolitisch als Führungsmacht der freien Welt hervor. Ihre Rolle in beiden Weltkriegen, im Kalten Krieg und bei der Mondlandung von neunzehnhundertneunundsechzig wird ebenso anschaulich erklärt wie die Veränderungen durch die Digitalisierung, die bis heute maßgeblich von amerikanischen Unternehmen geprägt wird.
Bert Alexander Petzold verbindet einen breiten historischen Überblick mit klarer Darstellungskraft und führt seine Leser sicher durch die Jahrhunderte der amerikanischen Entwicklung. Genau darin liegt die besondere Stärke dieses Sachbuchs. Es ordnet zentrale Daten, Wendepunkte und Machtverschiebungen in ihren Zusammenhang ein und macht verständlich, warum die Geschichte der USA unsere eigene Gegenwart bis heute prägt. Wer solides Wissen sucht, das über oberflächliche Darstellungen hinausgeht, findet hier eine fundierte und sehr gut lesbare Einführung. Das Buch eignet sich ideal zur Vorbereitung auf Prüfungen zur Hochschulreife und für das Studium an der Universität.
